Nachruf auf Rainer Schorm

© Norbert Fiks

Es gibt Texte, die man nicht schreiben möchte, weil man kaum die Worte findet. Dies ist so ein Text.

Am 11. März 2025 erhielt ich von Rüdiger Schäfer die Nachricht vom Tod Rainer Schorms. Ich schwankte zwischen Unglauben und Schockiertsein und brauchte eine Weile, um die Nachricht zu verarbeiten.

Rainer war ein besonderer Mensch. Wir trafen uns zum ersten Mal auf der Veranstaltung zu PERRY RHODAN-Band 3000 im Münchner Literaturhaus. Zuvor war mir der große Mann mit den langen grauen Haaren und dem Bart auf den Fotos immer sehr ernst vorgekommen. Seine frühen NEO-Romane waren mir meist zu technisch, zu komplex und zu finster. Ich hatte damals tatsächlich Berührungsängste ihm gegenüber. Die räumte Rainer aber sehr schnell beiseite. Sein feinsinniger Humor, gepaart mit dem schweren alemannischen Dialekt, machten ihn mir genauso sympathisch wie sein Fachwissen über Astronomie oder sein Kunstverstand. Wir schlossen schnell Freundschaft, schrieben uns und trafen uns immer mal wieder auf den wenigen Veranstaltungen der Fanszene, die er besuchte.

Rainer war immer zu Späßen aufgelegt und ein schlagfertiger Gesprächspartner, egal ob verbal oder in E-Mails. Dennoch schien immer eine gewisse Dunkelheit auf ihm zu lasten – eine Traurigkeit, die stets zwischen seinen Späßen mitschwang.

Rainer wurde 1965 in Wehr (Baden) geboren und lebte bis zu seinem Tod in Freiburg im Breisgau. Nach seinem Studium war er als Grafik-Designer und Referent tätig. Seit 2007 arbeitete er zudem freiberuflich als Autor und war Mitglied der »Autorengruppe Phantastischer Oberrhein«. Neben vielen Kurzgeschichten schrieb er unter dem Pseudonym Regina Shadow für die Heftromanreihen »Gaslicht und »Irrlicht« und stieg 2014 als Autor bei PERRY RHODAN NEO ein. Nach dem Tod von Michael H. Buchholz (2017) trat er dessen Nachfolge als Exposéautor an und führte mit Rüdiger Schäfer die Serie bis Band 359.

Für die PRFZ zeichnete er das Titelbild der FanEdition 23 und steuerte eine Kurzgeschichte für die Publikation zum 60. Geburtstag von Klaus N. Frick bei. Rainer war immer für Interviews zu haben. Er steckte tief in der NEO-Serie und konnte stets jede Frage dazu eloquent beantworten. Rezensionen seiner Werke las er nie. Er meinte einmal dazu, dass die Romane geschrieben seien und er ohnehin nichts mehr daran würde ändern können. Dennoch war er empfänglich für konstruktive Kritik.

Seine NEO-Romane wurden im Laufe der Jahre immer besser. Er brachte sehr viele außergewöhnliche Ideen bei NEO ein. Charakteristisch waren seine launigen Dialoge und die skurrilen Charaktere, die er sich ausdachte. Seit der Aphilie-Staffel schrieb er emotionaler und tiefsinniger und mit Band 339 – »Die Stille kommt« – verfasste er den bisher besten NEO-Roman überhaupt. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, sein Hobby Astronomie in der Serie zu verarbeiten. Auch andere Wissenschaften wie Geologie oder Biologie hatten es ihm angetan und mitunter schwelgte er regelrecht in den Themen. Etwas, das nicht jedem Leser gleich gut gefiel.

Nun ist er nicht mehr da. Rainer Schorm reiht sich ein in eine lange Liste von Menschen die an der PERRY RHODAN-Serie mitgearbeitet haben und viel zu früh gestorben sind. Sein Tod hinterlässt keine Lücke, sondern einen ganzen Leerraum zwischen den Galaxien. Ich wage zu behaupten, dass PERRY RHODAN NEO nach seinem Tod eine andere Serie sein wird. Nicht schlechter, aber anders. Er und seine Figuren wie Dr. Brömmers und dessen Frosch-KI, Chefingenieur Rufus Darnell oder die Avatara Schrattel werden mir sehr fehlen.

Ad astra, Rainer! Vielleicht kannst Du nun endlich zu den fernen Orten im Universum reisen, die Du schon immer mal besuchen wolltest und über die Du so oft geschrieben hast.

Christina Hacker

Alte Eisen in Italien

Der PERRY RHODAN Autor Michael Marcus Thurner informierte kürzlich über seine Italien-Reise mit dem Motorrad.  Hier ist der Link zum Artikel: https://mmthurner.at/2025/03/10/italia-italia/ 

(C) Michael Marcus Thurner
Seine „Alte Eisen auf Reisen-Tour“ hält derzeit schon 3 1/2 Jahre an. Thurner plant als nächstes eine Reise nach Georgien und Armenien.
Wer ihn dabei finanziell unterstützen möchte, kann das übrigens schon ab 2 Euro machen:  https://mmthurner.at/2025/03/10/italia-italia/
 
 

Swen Papenbrock ist tot

Leider müssen wir eine neue traurige Nachricht mitteilen: Der langjährige PERRY RHODAN Titelbildzeichner Swen Papenbrock ist verstorben, wie die PRFZ gestern, am 10. März 2025, erfuhr. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Petra und seiner Familie. 

Swen Papenbrock (C) VPM
(C) VPM

Swen war seit dem Tod von Johnny Bruck Mitte der 90er Jahre Coverzeichner der Rhodan-Serie und prägte die Titelbilder zusammen mit Ralf Voltz und Alfred Kelsner in der Ära nach Bruck ab Heft 1800. 

Viele schöne Bilder entstanden durch Swen und entführten die Betrachter in fremde Welten. Eine Übersicht seiner Werke bei PERRY RHODAN findest Du auf der Perrypedia: https://www.perrypedia.de/wiki/Swen_Papenbrock 

Bis zuletzt arbeitete Swen an den Titelbildern. So trägt der kommende PERRY RHODAN Roman 3317 „Binas Visionen“ sein Cover: https://www.perrypedia.de/wiki/Binas_Visionen

(C) VPM

Das erste Titelbild war für PERRY RHODAN 1806 „Der Mutant von Cantrell“, welches 1996 erschien. Das letzte 3317 im Jahre 2025. 

Swen hatte auch immer ein offenes Ohr für die PERRY RHODAN-Fans. So zeichnete er sogar für die FanFiktion Serie DORGON ein Bild des Protagonisten Osiris.. Er hat auch einige Beiträge zur SOL der PRFZ beigesteuert.

Im letzten Jahr wollte Swen Papenbrock auch an den PERRY RHODAN-Tagen in Braunschweig teilnehmen, musste aber kurzfristig aufgrund seiner schweren Krankheit absagen. 

Wir werden Swen vermissen. Möge er auf seiner Reise durch den Kosmos nun jene Welten sehen, die er in seiner Phantasie entworfen hat.

Ad Astra, Swen

Die PERRY RHODAN-FanZentrale e.V.

Thomas Rabenstein ist tot

Mit schwerem Herzen müssen wir heute Abschied von Thomas Rabenstein nehmen. Der Erfinder und Autor der Science-Fiction Serie ›Nebular‹ ist am 02. Februar 2025 gestorben. Der Vorstand der PERRY RHODAN-FanZentrale e.V. kondoliert seiner Frau und seinen Kindern.

© Heinrich Bauer Verlag KG

Mit Thomas geht jemand, den ich seit Beginn meiner eigenen Zeit im PERRY RHODAN-Fandom kenne. Ich lernte ihn 1997 kennen. Ab 1998 folgten regelmäßige Treffen auf Cons, aber auch Zusammenkünfte in Stuttgart. Ich war sogar auf seiner Hochzeit.

Thomas war der Ideengeber des PERRY RHODAN Online Club. Zuvor war er einer der Vorsitzenden des PERRY RHODAN World Communication Club (PRWCC) und konkurrierte mit meinem Terrania Online Perry Rhodan Club (TOPRC). Wir kamen schnell auf einen Nenner und fusionierten.

1998 in Garching hatten wir den ersten gemeinsamen Stand im kleinen Saal. Seine Energie und Freude am Club war maßgeblich für seinen Erfolg verantwortlich. 2003 gründeten wir dann den Verein PROC e.V.

Thomas erfand die Miniserie VITHAU, schrieb zwei DORGON-Romane und steuerte viele Beiträge zu den Fanzines Intercom und Terracom  bei.

Im Laufe der Jahre verlor Thomas die Lust an der Handlung der PERRY RHODAN Serie und dem Verein. Er widmete sich seiner eigenen schriftstellerischen Karriere, gründete die Serie ›Nebular‹ und veröffentlichte erfolgreich seine eigene SF-Vision. Dabei blieb er trotzdem PERRY RHODAN verbunden, verfasste 2019 Band 2 der PERRY RHODAN-Storys und zeichnete die Titelgraphiken vom PRR 339 und 346. Über die Gestaltung seiner eigenen Romanreihe hinaus beteiligte er sich mit viele schöne Grafiken an der SOL und weiteren Publikationen der PRFZ.

Leider plagte ihn seit Jahren eine schwere Krankheit. Als ich das letzte Mal mit ihm schrieb, es war Mitte 2024, war schon abzusehen, dass er nicht mehr lange auf der Erde weilen würde. Mit Thomas geht ein Freund aus dem PERRY RHODAN und Science-Fiction Fandom. Ich wünsche seiner Frau und seinen Kindern alle Kraft in dieser schweren Zeit.

Thomas, eine gute Reise durch den Kosmos.

Ad Astra!

Nils Hirseland

Vorsitzender der PERRY RHODAN-FanZentrale e.V.

Die erste SOL im Jahr 2025

Der 30. Jahrgang des SOL-Magazins ist angebrochen. Im Gepäck hat die erste SOL 2025, die im Februar erscheinen wird, eine neue Kolumnistin für die PERRY RHODAN-Serie. Von jetzt an wird Alexandra Trinley »Aus dem Sternenmeer« berichten und die Romane der Hauptserie besprechen.
In einem Interview erzählt Hermann Ritter wie er sich als neues Ehrenmitglied der PERRY RHODAN-FanZentrale fühlt. Michael Pfrommer steht Michael Thiesen Rede und Antwort über die Andromeda-Fanroman-Serie des Terranischen Club EdeN.
Im Rahmen des Interviews ist Michel Vans Risszeichnung der DUPLEX abgebildet. Zwei weitere Risszeichnungen erwarten die Technikfreunde. Unteranderem präsentiert Robert Hoermann die Dragonfly aus PERRY RHODAN NEO und Frank G. Gerigk hat eine Schüttgut-Frachtfähre erdacht.
Bei einer so langlebigen Serie wie der PERRY RHODAN-Serie sind Widersprüche unvermeidlich. Einige Ungereimtheiten aus der frühen Phase der Serie werden im Schwerpunkt angesprochen.
Neben den gewohnten Besprechungen der Silberbände und der »Paragon«-Staffel von PERRY RHODAN NEO gibt es noch eine Kurzgeschichte von Markus Regler.
In der Rubrik »Fanszene« geht es um Frauenpower in der Science-Fiction-Szene. In Zusammenarbeit mit dem SFCD berichten Sylvana Freyberg – Chefredakteurin der »Andromeda Nachrichten« – und die SOL-Chefredakteurin, Christina Hacker, von ihren Erfahrungen bei der Arbeit an ihren Magazinen.

Das aussagekräftige Porträt auf dem Titel stammt von Günter Puschmann.

Guten Start ins Jahr 2025 mit dem neuen Newsletter

Die Nummer 57 des Newsletters der PRFZ wurde heute Morgen an die Abonnenten versendet. 

Alexandra Trinley schreibt in ihrem Editorial: 

Liebe PERRY RHODAN Freunde,
die PRFZ wünscht euch einen gelungenen Jahreswechsel nach 2025, und dass eure Wünsche und guten Vorsätze so in Erfüllung gehen, wie ihr sie euch vorgestellt habt.
Jürgen Rudig hat mit seiner siganesenbetriebenen Feuerwerksrakete die passende Pyrotechnik beigesteuert. Ihr findet eine größere Abbildung der Risszeichnung im Innenteil.
Nils Hirseland informiert über die Vorbereitung der 2026 stattfindenden 6. PERRY RHODAN TAGE in Braunschweig und die weiteren Arbeiten an der FanFiction-Serie DORGON. Unsere Mitgliederverwaltung hat die jährliche Statistik zur Mit-
gliederentwicklung der PRFZ aufgestellt. Christina Hacker bespricht NEO.
Wer in der kalten Jahreszeit die Cons vermisst, freut sich hoffentlich über das Interview mit Roger Murmann über die »Bücherrettung« und das muntere Gespräch mit Alex und Christoph vom Radio Freies Ertrus. Darüber hinaus gelang es uns, von Michael Marcus Thurner ein paar Aussagen zur für 2025 geplanten Miniserie zu erhaschen
Daniela Hesse berichtet vom Online-Abend zu PR 3300 mit Ben Calvin Hary, und wir haben zahlreiche Links zu Aufzeichnungen. Arndt Büssing stellt das MAD-DRAX-Hörspielprojekt EARDRAX vor, bei dem man auch mitmachen kann. Vielleicht möchtet ihr auch die dreibändige Werkausgabe von Uschi Zietsch lesen?
Die DORGON-Kurzgeschichte ist wie immer in der Cairanischen Epoche angesiedelt. Sie stammt diesmal von Christian Jäkel und trägt den Titel »Die temporale Anomalie«.
Diesmal nur 16 Seiten. Feiertage! Trotzdem viel Spaß beim Lesen!
Eure Alexandra Trinley

Wir wünschen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr – Die PRFZ

Frohe Weihnachten

Der Vorstand der PRFZ bedankt sich für die Hilfe und Unterstützung in diesem Jahr und wünscht allen Mitgliedern und PERRY RHODAN-Freunden ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2025.

Ad Astra

Nils Hirseland, Christina Hacker, Leonhard Beyrle, Norbert Fiks, Alexandra Trinley und Andre Boyens

Interview mit Andreas Eschbach zu Band 3297 „Unter dem HImmel von Gatas“

Andreas, mit »Unter dem Himmel von Gatas« ist der achte Band von dir für die RHODAN-Erstauflage, darunter ein Jubiläumsband und ein Abschlussband. Der nächste Band müsste eigentlich der 3350iger werden, oder?

Mir sind krumme Nummern irgendwo mitten im Geschehen ehrlich gesagt lieber.

Deine Werke finden sich immer in den Spiegel-Bestsellerlisten wieder – was motiviert dich, noch zusätzlich ab und an für RHODAN zu schreiben?

Erstens macht es mir einfach Spaß – ich muss mir keine Handlung ausdenken, die Figuren sind meistens alle schon da, es spielt in einer überbordend ausgefeilten Welt, in der mich fast besser auskenne als in unserer … und alles, was ich zu tun brauche, ist, zu schreiben.
Und zweitens ist es einfach toll, eine Episode zur größten Geschichte des bekannten Universums beitragen zu dürfen.

Hast du mit Ben bereits wegen eines Gastromans im PHOENIX-Zyklus gesprochen?

Nein. Das eilt aber auch nicht. Lassen wir ihn erst mal machen. Seine bisherigen Romane haben mir alle gut gefallen, ich traue ihm eine Menge zu.

(Anmerkung: Am PERRY RHODAN Online Abend wurde Andreas für Band 3345 offiziell von Ben Calvi Hary eingeplant.

Schaffst du es, in jedem Zyklus zumindest einen Band zu schreiben?

Ein kurzer Rückblick zeigt: Nein.

Bist du wie die anderen Autoren im Zeitrad gefangen oder hast du mehr Vorlauf?

Man verspricht mir manchmal mehr Vorlauf, aber meistens klappt das dann doch nicht.

Kriegst du eigentlich alle Expos? Und falls ja: liest du sie oder doch lieber die Hefte?

Nein, ich kriege nur das Exposé für meinen Roman; manchmal noch ein, zwei von Romanen davor, auf die ich Bezug nehmen muss. Bei PR 3297 hatte ich nur das eine Exposé, was aber okay war, weil ich ja nicht wissen musste, was davor oder danach passiert.

In 3297 nimmst du dich Themen an, die auch in der Gegenwart präsent sind: Migration, Heimat und Staatszugehörigkeit. Im ganzen Band geht es um die Frage, welche Staatszugehörigkeit ein Mensch hat, der seit der Geburt auf Gatas lebt.

Das war die auslösende Idee dafür, dass es den Roman überhaupt gibt: Schon seit kleinen Ewigkeiten wird erzählt, dass Jülziish auf der Erde leben und Bürger der Liga sind – und ich wollte eben mal erzählen, wie der umgekehrte Fall aussieht.

Im ersten Moment haben mich die Unruhen und die Anfeindungen in 3297 an England im Sommer 2024 erinnert. Hat dich das zu dem Thema inspiriert oder gar beeinflusst?

Nein, dieser Aspekt der Handlung war vom Exposé vorgegeben. Übrigens sind derartige Unruhen ja nun auf Erden nichts Seltenes.

Es wird ja immer wieder spekuliert, welche Ideen im Roman vom Autor und welche vom Expokraten stammen. Kannst du uns ausnahmsweise bei deinem Roman darüber er aufklären? Was war die Vorgabe? Und was stammt von dir?

Es hat ja alles damit begonnen, dass ich an einem Perry-Online-Abend gefragt wurde, worüber ich gerne mal einen Roman schreiben würde, und ich habe gesagt, über einen Menschen, der auf Gatas geboren ist und sich dort heimisch fühlt. Später habe ich nochmal mit Hartmut telefoniert, der meinte, so ein Roman böte sich womöglich an. Ich habe ihm gesagt, wie ich mir die Vorgeschichte vorstelle – dass mal terranische Ärzte auf Gatas während einer Epidemie ausgeholfen haben, und dass danach ein paar Leute geblieben sind. Alles andere – die Namen, die Lebensumstände, die politischen Umstände, die Action – kam dann mit dem Exposé.

Um die Analogie zum Band zu schaffen … du lebst als Deutscher in Frankreich … würdest du Frankreich gegen Deutsche verteidigen?

Wenn wir mal davon absehen, dass es in meinem Alter um meine Fähigkeit, irgendwen gegen irgendwas zu verteidigen, nicht mehr sonderlich gut bestellt ist, müsste deine Frage genau genommen lauten: Wenn Frankreich von einem wieder totalitär gewordenen Deutschland überfallen würde, würdest du es verteidigen? Worauf meine Antwort wäre: Ja, klar.
Realistischerweise müsste ich aber, da ich kein Franzose bin, sondern immer noch Deutscher, in so einem Fall eher damit rechnen, interniert zu werden.

Du fügst ganz viele Informationen zum Leben der Jülziish hinzu und hinterfragst auch so manche Dinge, die seit sechzig Jahren beschrieben werden, zum Beispiel das Zehnersystem der Jülziish, obwohl sie sieben Finger haben. Sind das alles neue Gedanken oder schleppst du diese Fragen seit Jahrzehnten mit dir mit?

Teils, teils. Das mit dem Zehnersystem steht explizit so in der Perrypedia, das konnte ich unmöglich nicht aufgreifen. Aus solchen seltsamen Unstimmigkeiten lassen sich ja bisweilen ganz neue Geschichten entwickeln, z.B. eben, warum das so ist. Wer weiß, was für eine Story sich dahinter verbirgt?

Wie hast du die Namen der Jülziish generiert?

Was Namen anbelangt, habe ich ein spezielles Hirnareal, das die mir auf Anfrage produziert. War schon bei den »Haarteppichknüpfern« so. Keine Ahnung, wie das funktioniert.

Auch bei den Jülziish gibt es für Männer eine Wehrpflicht und Frauen können frei wählen. Das klingt mir jetzt doch sehr nach einem menschlichen Klischee …

Nun, wir wissen aus der Serie, dass die Jülziish mindestens genauso kriegerisch sind wie wir Menschen, also wird das Militär auch eine dominierende Rolle in ihrem Leben spielen. Dass man Frauen zu militärischen Dingen nicht im gleichen Maße heranzieht wie Männer, ergibt sich aus der Logik der Fortpflanzung; in einer freiheitlichen Gesellschaft haben sie aber selbstverständlich die Freiheit dazu.
Alles in allem sind die Jülziish nämlich ziemlich menschenähnlich, abgesehen von ihrem leicht abweichenden Körperbau. Ich hege übrigens den Verdacht, dass bei ihrem literarischen Schöpfer das damalige Bild der Chinesen vor dem kreativen Auge gestanden hat: Sie besiedeln den Osten, und das in überbordender Zahl … wenn man dann noch an die konischen Hüte der Reisbauern denkt, kann einem schon so etwas wie die Tellerköpfe einfallen.

Mit Band 3199 endet die Expokratur von Wim Vandemaan und Christian Montillon. Welche Highlights gab es für dich seit Band 2700?

Oh, eine Menge! Der Start in den Atopen-Zyklus war grandios, wie es da Schlag auf Schlag ging. Die Jenzeitigen Lande sind für mich einer der Höhepunkte der ganzen Serie: Allein schon der Moment, in dem Atlan am See der Fauten steht und seinen Zellaktivator vernichtet, war aller Mühen wert. Die Idee, die Bedrohung durch den Weltenbrand erst scheinbar zu vergessen – und ihn dann später doch ausbrechen zu lassen, und dazu noch auf diese fiese Weise: großartig. Dass der Chaoporter FENERIK ein ungeborenes Universum in sich trägt: atemberaubend.

Welche Idee sollte es in den nächsten Zyklus schaffen?

Ache, wir wissen doch, dass in der Perry Rhodan-Serie keine Idee jemals endgültig vergessen wird. Es sind immer die besten Momente, wenn plötzlich irgendwas aus ferner Vergangenheit wieder auftaucht und eine ganz überraschende Rolle spielt …

Am PR-Online Abend hat Hartmut immer wieder davon erzählt, dass er sich mit dir in Bezug auf RHODAN austauscht. Gibt es eine Idee, die von dir stammt?

Ich habe ihm mal einen Weblink geschickt zu einem Artikel, in dem es darum ging, dass Wissenschaftler errechnet hatten, dass ein Planet nicht unbedingt kugelförmig sein müsse, sondern auch die Gestalt eines Donuts haben könnte, also die Form eines Reifens mit einem Loch in der Mitte.
Und wie der Zufall so spielt, kurz darauf ist so ein Planet auch im Perryversum entdeckt worden …

Mit Band 3300 übernimmt Ben Calvin Hary das Ruder bei der RHODAN-Handlung. Welche Wünsche hast du in Bezug auf die Handlung an ihn?

Ich möchte weiterhin überrascht werden. Und immer wieder mal den Atem anhalten müssen und denken: Wow!

Hast du mit Ben schon telefoniert? Bist du grundsätzlich zu einem Gedankenaustausch auch mit Ben bereit?

Das wird sich alles finden. Ich bin sicher, Ben weiß, wie er mich erreichen kann, wenn er will.

Apropos, wie findest du Band 3300?
Ich komme ehrlich gesagt noch nicht drüber weg, dass ein Raumschiff unbekannten Ursprungs fünfzig Jahre auf dem Raumhafen von Terrania herumstehen kann und die Sicherheitskräfte zu höflich sind, um mal nachzuschauen, wer und was sich darin befindet. Ich hoffe sehr, dass nach diesem Vorfall im TLD ein paar hochrangige Köpfe rollen!
Bemerkenswert finde ich den Trend zu kleinen Fernraumschiffen, weg von den »fliegenden Großstädten«. Die RA war ein bisschen extrem, aber der PHOENIX hat grade die richtige Größe. Lässt mich ein bisschen an die »Firefly« denken, um mal einen Vergleich zu einer Film-Serie zu ziehen. Die sich abzeichnende Crew wird ja ähnlich bunt sein; daraus kann man viel machen.

Wir wissen ja alle, dass Perry Bully niemals opfert … wie denkst du, hält Ben da 50 Hefte lang die Spannung?

Die eigentliche Frage ist ja, »was ist da wirklich los?«, denn diese schrille Shrell ist ja alles andere als eine vertrauenswürdige Zeugin. Es ist klar, dass da was ganz anderes dahinter stecken wird, und man darf gespannt sein, was.
Interessant finde ich auch, dass Sichu Dorksteiger nun doch älter wird. Da zeichnet sich auch eine Änderung in irgendeiner Form ab. Ich hoffe nur, dass es nicht einfach nur auf eine Trennung hinausläuft oder darauf, dass sie sich irgendwann opfert.

Ben ist nicht nur als Autor umtriebig, sondern hat für den neuen Zyklus viele Animationen erstellt. Ist das der Weg, um neue Leser anzulocken?

Es ist auf jeden Fall ein Weg, um über die Serie zu informieren.

Es gibt deutschsprachige Selfpublisher im SF-Bereich, die erreichen pro Buch 300.000 Leser – und das, obwohl (oder eher gerade weil) sie das Marketing selbst übernehmen. Es sollte also nicht so schwer sein, neue Leser für RHODAN zu gewinnen. Wie müsste man das deiner Meinung nach angehen?

Ich glaube nicht, dass man das vergleichen kann. Ein Selfpublisher hat das Problem, die Welt davon in Kenntnis zu setzen, dass es ihn gibt und was er macht – das Problem hat Perry Rhodan nicht. Fast jeder, der sich ansatzweise für SF interessiert, hat schon von der Serie gehört. Aber was? Wahrscheinlich das: Perry Rhodan gibt es seit über 60 Jahren, es gibt über 3000 Bände, es ist die umfangreichste Saga aller Zeiten – da denkt man spontan erst mal: Hat gar keinen Zweck, damit anzufangen, da komm ich doch im Leben nicht mehr rein!
Das heißt im Umkehrschluss, die Botschaft, auf die man sich konzentrieren müsste, muss lauten: Yes, you can! Der Einstieg in die Serie ist möglich!

Machen wir einen Zeitsprung ins Jahr 2034 … gibt es dann RHODAN noch?

Wenn ich mir anschaue, was gerade an hirnrissigen Dingen in der Welt vor sich gehen, ist die Frage vielleicht eher, ob es UNS dann noch gibt …

Danke für deine Zeit und den grandiosen Band 3297!

Zum Interview zu seinem Bestseller „Die Abschaffung des Todes“ geht es hier:

Zu den Video-Häppchen vom PERRY RHODAN Online Abend geht es hier:

Infos zum Band 3297

Interview mit Andreas Brandhorst zu „Der Riss“

Roman Schleifer plauderte mit Andreas Brandhorst über sein im Oktober 2024 erschienenes Buch »Der Riss«. Unter anderem erzählt Andreas Brandhorste, ob er sich mit seinem Büchern selbst therapiert und wie er damit umgehen würde, wenn wir in einer Simulation leben sollten.

Andreas, was hat dich zu dem Buch inspiriert?

»Der Riss« basiert auf einer Idee, mit der ich schon seit einigen Jahren spiele, aber konkret wurde sie durch eine Nachricht meiner Hacker-Freunde in Amsterdam. Bei Lesungen erzähle ich diese Geschichte, hier kann ich sie nicht wiedergeben, das würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Es lohnt sich also auch deshalb, eine meiner Lesungen zu besuchen! 🙂

Dem stimme ich zu, denn ich kenne die Geschichte. Und außerdem sind deine Lesungen äußerst unterhaltsam.
Apropos Leserunden … Wo kann man dich live erleben?

In meinen Social-Media-Kanälen und auf meiner Webseite weise ich immer wieder auf aktuelle Lesungen hin. In der unmittelbaren Zukunft sind keine geplant, weil ich die nächsten Wochen und Monate aller Wahrscheinlichkeit nach in meiner alten Heimat Italien verbringen werde. Der nächste konkrete Termin wäre der 9. Februar 2025. Dann lese ich im Kino Meppen aus »Der Riss«:
https://www.emsland.com/de/emsland/wlan/detail/Event/e_100894075/andreas-brandhorst—lesung

Wie lange brauchst du von der Idee bis zur Umsetzung? (Hintergrund der Andreas Eschbach braucht für manche Idee bis zu zwanzig Jahre, bis er sie umsetzt).

Das hängt ganz vom Thema ab. Manche Ideen müssen über einen längeren Zeitraum hinweg reifen, bevor sie »bereit« sind. Hinzu kommen dann noch, zumindest bei meinen Wissenschaftsthrillern, aufwendige Recherchen. Derzeit jongliere ich mit zwei Ideen für meinen nächsten großen Thriller, für den ich als Erscheinungstermin Herbst 2026 anpeile – der Hardcover-Roman für Herbst 2025 ist bereits fertig.

Was interessiert dich gerade an dem Thema von »Der Riss«?

Das Gedankenexperiment: Was würde es für uns bedeuten – welche Folgen ergäben sich für uns –, wenn wir tatsächlich in einer Simulation leben? Welche Auswirkungen hätte das auf Religion und Philosophie?

Du hast auf deiner Homepage 2023 geschrieben, dass »Der Riss« das Buch ist, zu dem am meisten recherchiert hast. Wo und wie hast du recherchiert? Und wieso war es so intensiv?

Ich habe mich eingehend mit Religion und Philosophie befasst (siehe auch die vorherige Frage), insbesondere auch mit den Parallelen in Hinblick auf einen künstlichen Ursprung unserer Welt und Vorstellungen von Vorherbestimmung und Fremdkontrolle. Hinzu kamen zahlreiche Recherchen im Bereich der Cyberkriminalität, wobei mir nicht nur meine Hacker-Freunde geholfen haben, sondern auch Kontakte bei der Polizei. Am Ende von »Der Riss« finden sich entsprechende Danksagungen. Wichtig waren auch »direkte Nachforschungen« – nennen wir sie mal so. 🙂 Es gibt nämlich tatsächlich wissenschaftliche Institute, in die viel Geld investiert wird und die der Frage nachgehen, ob wir in einer Simulation leben und wie wir das herausfinden könnten.

Was es nicht alles gibt …
In »Der Riss« zeichnest du ein düsteres Bild der Menschheit, das von Krieg und Niedergang der Zivilisation geprägt ist. Taiwan-Krieg, Krieg zwischen sieben Staaten in Afrika, Russland, das nach der Ukraine auch das Baltikum angegriffen hat, Pakistan und Indien, etc. Auch in den meisten deiner Bücher sieht es nicht gut für die Menschheit aus. Ist das dem nötigen Konflikt in den Büchern geschuldet oder steckt ein negatives Bild über die Menschheit dahinter?

Eigentlich habe ich nur die aktuelle Situation noch ein wenig zugespitzt und dramatisiert. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Menschheit auf eine große Krise zusteuert, die letztendlich über Aufstieg oder Fall ihrer Zivilisation entscheidet. Vielleicht geht es genau darum in der Simulation: Wie werden wir mit der großen Krise fertig?

Und hast du so wenig Vertrauen, dass am Ende doch die Intelligenz statt die Dummheit gewinnt?

Bis vor etwa 15 Jahren stieg die durchschnittliche menschliche Intelligenz in der entwickelten Welt aufgrund verbesserter Lebensbedingungen, doch seitdem kehrt sich der Trend um. Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 die Durchschnittsintelligenz des Homo sapiens sapiens auf 86 % des heutigen Werts sinkt. Vielleicht steht uns das bevor: immer dümmere Menschen und immer intelligentere Maschinen.

Verarbeitest du diese Angst in deinen Büchern, sind sie also quasi Therapie?

Nein, meine Romane sind keine Selbsttherapie, bieten mir aber Gelegenheit, in Worte zu fassen, worüber ich gern und lange nachdenke.

Was müssten wir als Menschheit tun, damit wir die Kurve kriegen?

Wir müssten lernen, in einem größeren Zeitrahmen zu denken. Und wir müssten lernen, egomanische Bestrebungen rechtzeitig zu erkennen. Das wäre ein guter Anfang.

Nicht nur die Menschheit, sondern auch die europäische Zentralbank bekommt ihr Fett ab, denn sie wird im Buch einer dreißigprozentigen Inflation nicht Herr. Die ökonomische Welt erstickt und zerbricht an ihren Schulden. Der Kapitalismus kollabiert. Auch in deinem Buch »Das Bitcoin-Komplott« implodiert unser westliches Wirtschaftssystem. Hast du etwas gegen den Kapitalismus?

Unser Wirtschaftssystem basiert auf Schulden. Privatleute wissen, dass Schulden irgendwann bezahlt werden müssen. Bei Staaten scheint sich diese Erkenntnis noch nicht richtig durchgesetzt zu haben. Sie nehmen Kredite auf, um Schulden zu bezahlen, und das geht nur so lange gut, wie die Wirtschaft wächst. Wenn das nicht mehr der Fall ist – und es mehren sich die Stimmen, die von einem Ende des Wachstums sprechen –, werden Staaten unter der enormen Schuldenlast zusammenbrechen. Wenn das geschieht, nicht nur lokal, sondern global, wird uns die Große Depression von 1929 wie ein Kindergeburtstag erscheinen.

Unter dem Strich setzt du dich in vielen deiner Büchern mit der Menschheit und ihrer Entwicklung auseinander. Welche Botschaft soll bei den Lesern ankommen?

Keine. Ich schreibe nicht, um eine Botschaft zu verkünden. Ich möchte spannende Geschichten erzählen und zum Nachdenken anregen.

Zurück zu »Der Riss«: Angenommen, wir würden erkennen, dass wir in einer Simulation leben – wie würden sich das auf die Menschheit auswirken?

Genau das wird in »Der Riss« thematisiert. Darüber möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. 🙂

Noch gebe ich nicht auf: Was denkst du, würden sich moralische und ethische Werte ändern?

Religionen gehen ebenfalls davon aus, dass wir in einer »künstlichen« Welt leben, geschaffen von dem einen oder anderen Gott, der auch uns selbst erschuf. Hier gibt es deutliche Parallelen zur Simulationstheorie. Religionen haben unsere Welt verändert, sie bestimmen bei vielen Menschen Moral und Ethik. Die Erkenntnis, dass wir in einer Simulation leben, hätte vermutlich ähnliche Auswirkungen auf unser philosophisches »Standardmodell«.

Hat sich durch die Recherche in deinem Leben etwas geändert?

Ich habe, wie bei allen meinen Recherchen, Erkenntnisse hinzugewonnen. Das bedeutet mir viel.

Wie würdest du reagieren, wenn du und damit deine Bücher nur computergeneriert sind?

Ich wäre immer noch ich selbst, und ich würde immer noch schreiben. 🙂

Nachdem du mir in einer Mail geschrieben hast, dass wir weder beweisen können, dass wir in einer Simulation leben und, dass wir nicht in einer Simulation leben … was denkst du? Ist alles, also auch unsere Freundschaft nur eine Simulation eines Computerprogramms? Und dieses Interview ebenso? Und auch dein Buch? Schmückst du dich mit fremden Federn?

Ich habe die Bücher geschrieben, auch wenn ich selbst simuliert wäre, es bleiben meine »Federn«. Die Welt um mich herum und damit alles, was sie enthält, bliebe für mich »wahrgenommene Realität«.

Angenommen, wir wären nur Bits und Bytes. Wie viel Rechenleistung wäre wohl nötig, um so eine Simulation zu erschaffen? Und ich meine selbst bei der von dir im Buch beschriebenen adaptiven Skalierung, in der immer nur das Blickfeld generiert und der Rest nicht erschaffen wird.

Mit einem ganz normalen PC sind heute bereits komplexe Simulationen möglich. Unsere Supercomputer simulieren Ursprung und Entwicklung des ganzen Universums. Zukünftige Computergenerationen und KI werden zu erstaunlichen Dingen fähig sein.

Zitat aus deinem Buch: »Menschen arbeiten besser, wenn sie die Wahrheit kennen.« Und? Willst du die Wahrheit wissen?

Ich ziehe die Wahrheit immer und unter allen Umständen der Lüge vor.

In »Der Riss« gibt es eine Gruppe von Transhumanen, die ihren Körper mit künstlichen Hilfsmitteln ergänzen. Wäre das etwas für dich?

Ich halte den Transhumanismus für eine prognostizierbare Entwicklung in der Zukunft. Man denke in diesem Zusammenhang nur an Herzschrittmacher und andere technische Hilfsmittel, die bereits heute implantiert werden und uns länger leben lassen. Die Digitalisierung hält auch hier Einzug. Mithilfe von Chips, Mikroelektronik und KI werden wir leistungsfähiger, körperlich und vielleicht auch geistig, und länger leben. Da ich schon Angst vor einer einfachen Spritze habe, kommt so etwas kaum für mich infrage.

Hm … ich trage ja auch Kontaktlinsen … hm … das geht schon in Richtung Cyborg. Hm …

Nach den Romanen »Das Erwachen« und »Die Eskalation«, in denen du dich mit der Entstehung und dem Wirken einer Maschinenintelligenz beschäftigst, spielt in »Der Riss« erneut eine künstliche Intelligenz eine Hauptrolle. Du versetzt dich als Autor in diesen drei Büchern in die künstliche Intelligenz bzw. die Maschinenintelligenz. Wie kannst du nachvollziehen, wie sie denken?

Das kann ich nicht. 🙂 Echte Maschinenintelligenz wird auf eine Weise denken, die uns Menschen völlig fremd bleibt. Wenn wir eines Tages biologischer extraterrestrischer Intelligenz begegnen, so wird sie uns vertrauter sein als intelligente Maschinen. Was ich in den genannten Romanen beschreibe, sind Annäherungen, die dem Leser ein Bild von Fremdartigkeit vermitteln sollen.

Du erwähnst das Voynich-Manuskript. Was hat es mit dieser Erwähnung auf sich? Immerhin trägt sie nichts zur Story bei.

Wer weiß, vielleicht kommt das Voynich-Manuskript aus einem »Riss«. 🙂 Es handelt sich dabei um eine der »Seltsamkeiten« in unserer Welt.

Anmerkung:  siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Voynich-Manuskript

Deine Hauptfigur Flynn Darkster war bereits als Kind vom Weltraum und seinen Geheimnissen fasziniert gewesen. Wie war das bei dir?

Genauso. Der Blick hinauf zu den Sternen und die Frage nach all den Mysterien dort draußen, haben mich von Kindesbeinen an beschäftigt.

Am 19. November hast du die Keynote zum Heise IT Summit in München gehalten, in der du über die Herausforderungen unserer Gegenwart gesprochen hast: künstliche Intelligenz und die Digitalisierung unseres Alltagslebens. Wie kamst du zu der Ehre?

Solche Vorträge halte ich seit einigen Jahren immer häufiger, es folgt eine Einladung der anderen. Meine dadurch gewachsenen Kontakte in den Welten von Wirtschaft, Industrie und IT helfen mir auch bei Recherchen.

Dieses Jahr gab es für dich eine ganz besondere Premiere: Die Kantaki-Trilogie wurde auf Englisch übersetzt. Wie stolz bist du darauf? Und wie läuft dort das Marketing? Wirst du Leserunden machen?

Es freut mich sehr, auch auf dem englischsprachigen Markt präsent zu sein. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann auch eine Lesereise. Ich fürchte allerdings, dazu müsste ich wieder ins Flugzeug steigen … 🙂

Da sag ich nur: Science Fiction-Autor 😉

Sind weitere Übersetzungen geplant?

Ja.

Was ist dein nächstes Projekt?

Im Sommer 2025 erscheint bei Heyne »Origin«, eine Science-Fiction-Trilogie in Zusammenarbeit mit Joshua Tree und Brandon Q. Morris. Im Herbst 2025 kommt bei Heyne mein nächster Hardcover-Thriller, der bereits fertig ist, dessen Titel ich aber noch nicht nenne, weil er vielleicht zu viel verraten würde. Für 2026 und 2027 ist die Science-Fiction-Trilogie »Eternia« geplant, die ich allein schreiben werde – ich verspreche großes kosmisches Kino! Und ich habe mit Recherchen für den nächsten Wissenschaftsthriller begonnen, bei dem ich mich zwischen zwei Themen entscheiden muss.

Andreas, danke für deine Zeit

Offizielle Homepage von Andreas Brandhorst:
https://www.andreasbrandhorst.de

Hier gehts zur offiziellen Seite von »Der Riss«:
https://www.penguin.de/buecher/andreas-brandhorst-der-riss/buch/9783453274822

 

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